Was ist Freude? Und wie kann ich Freude wählen?

Das ist was ich mich damals fragte, als ich mit Nia angefangen habe. Das erste Prinzip in unserer Nia-Ausbildung ist die Freude an der Bewegung. Inzwischen – 11 Jahre später – kann ich richtig fühlen, was damit gemeint ist. Was mein Verstand damals zu begreifen nicht ganz in der Lage war.

Ich habe damals Freude mit Spaß verwechselt. Klar freue ich mich, wenn ich schöne Dinge in meinem Leben habe, wenn ich einen schönen Film sehe, ein gemütliches Abendessen mit Freunden genieße, wenn ich lache, wenn ich einen schönen Urlaub erlebe. Und dennoch ist Freude etwas anderes, etwas Tieferes.

Spass oder Vergnügen hat mit dem Aussen zu tun, mit Dingen, Menschen, Situationen. Spass wird durch einen äußeren Reiz erzeugt. Es entsteht durch eine angenehme Zeit, die wir mit Ablenkungen im Aussen verbringen. Diese Ablenkungen lassen uns die inneren Mangelzustände für kurze Zeit vergessen, können aber nicht richtige Veränderungen bewirken. Ein äußerer Reiz führt vielmehr nur dazu, dass eine Abhängigkeit und ein Suchtverhalten nach diesem Vergnügen erzeugt wird. Neurologisch gesehen brauchen die Zellen immer mehr und mehr davon, um stimuliert zu werden.

Freude dagegen hat mit Innen zu tun, mit dem Sein. Für Freude brauche ich keinen äußeren Grund. Ich kann selbst wählen, Freude zu haben – bedingungslos. Auch wenn im Außen nicht alles so funktioniert, wie mein Ego es gern hätte. Es ist zwar so schön bequem, andere dafür verantwortlich zu machen, wie es mir geht, aber das bringt auch keine Freude, sondern Wut, Ärger oder Frust. In diesem Zustand kann ich nur bewirken, dass diese Gefühle immer stärker werden. Die Quantenphysik und das Gesetz der Anziehung bestätigen das.

Und wie geht es Freude zu wählen? Indem ich diese Wahl treffe. Und diese Wahl ständig neu treffe. Und das geht nur, wenn ich mich im ersten Schritt von dem Gedanken verabschiedet habe, dass ich Opfer der äußeren Umstände bin. Das ist die erste Hürde, die viele Menschen davon abhält, in die wahre Freude zu kommen. Wenn sie es aber tun, werden sie vom Opfer zum Schöpfer und übernehmen die Verantwortung für ihr Leben.

Im zweiten Schritt darf ich mich kennenlernen und meine einschränkenden Glaubenssätze und Konditionierungen energetisch umprogrammieren. Und das ist die zweite Hürde, denn ich müßte mir eingestehen, dass ich auch Schattenseiten habe. Menschen, die sich dafür öffnen, können ihre Emotionen in Liebe annehmen, neu ausrichten und echten Wandel vollziehen. Sobald sie die Frequenz der Schwere in Leichtigkeit umgewandelt haben, sind sie in der Frequenz der Liebe. Und dann treffen sie Entscheidungen der Liebe und nicht Entscheidungen der Angst. Freude ist die beste Freundin von Liebe und Dankbarkeit.

So kann ich mich jeden Moment neu für die Freude entscheiden, so wie beim Nia-Tanzen. Wenn ich bei Nia meinem Körper begegne, dann weiss ich, es ist ein heiliger Moment. Heilig, weil ich das Gefühl habe, heil zu sein. Heil sein im Sinne von ganz und vollständig sein. Ich bin in dem Bewusstsein, dass mein Körper – mit all seinen Schattenseiten – mein Freund ist, und ich begegne ihm in meiner eigenen einzigartigen Bewegung. In diesem Moment fällt es mir leicht, die Wahl der Freude zu treffen und Dinge zu verändern.

Freude? Ja, ich will.